Was Lack glänzen lässt – die Sache mit dem Glanzgrad
Der Glanzgrad bestimmt, wie stark eine lackierte Oberfläche das Licht reflektiert und damit auch, wie sie wirkt. Hochglänzend steht für eine spiegelähnliche Optik, matt wirkt zurückhaltend und ruhig. Zwischen diesen Extremen gibt es viele Abstufungen, die nicht nur optisch eine Rolle spielen, sondern auch Einfluss auf Pflege, Kratzempfindlichkeit und Gesamteindruck haben.
Weil Begriffe wie „seidenglänzend“ oder „halbmatt“ von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich verwendet werden, lohnt sich ein Blick in eine Glanzgrad Tabelle. Sie hilft dir, die einzelnen Stufen besser einzuordnen – und den passenden Grad für dein Lackierprojekt zu finden.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Glanzgrad beschreibt die Lichtreflexion einer Oberfläche und wird objektiv in sogenannten „Gloss Units“ (GU) gemessen. Damit lassen sich unterschiedliche Herstellerangaben verlässlich vergleichen.
- Hochglanzlacke (über 90 GU) erzeugen eine spiegelnde Optik, heben aber Kratzer und Unebenheiten im Untergrund deutlich hervor. Eine sehr sorgfältige Vorarbeit ist hier für ein schönes Ergebnis entscheidend.
- Matte Oberflächen (unter 10 GU) wirken ruhig und kaschieren kleine Fehler im Material gut. Da du sie nicht polieren kannst, ist eine Neubeschichtung bei tieferen Kratzern meist notwendig.
- Ein mittlerer Bereich wie Seidenmatt stellt oft einen guten Kompromiss aus edlem Look und Pflegeleichtigkeit dar. Diese Lacke sind robust und zeigen Fingerabdrücke weniger schnell als Hochglanzflächen.
Inhaltsverzeichnis

Was ist der Glanzgrad?
Der Glanzgrad beschreibt, wie stark eine lackierte Oberfläche Licht reflektiert. Je höher er ist, desto glänzender und spiegelnder wirkt der Lack – fast wie ein Spiegel. Bei niedrigen Werten erscheint die Oberfläche hingegen matt und diffus. Diese Eigenschaft beeinflusst nicht nur die Optik, sondern auch die Wahrnehmung von Qualität und Pflegeaufwand.
Ein kurzer Blick zurück
Früher wurde der Glanzgrad oft visuell beurteilt – durch den Vergleich mit Glanzmustern oder sogenannten Glanztafeln. Diese Methode war jedoch subjektiv und stark von der Erfahrung des Betrachters abhängig. Um objektive und reproduzierbare Ergebnisse zu erzielen, wurden Glanzmessgeräte entwickelt. Diese Geräte messen den Glanzgrad in Glanzeinheiten (GU), wobei ein poliertes schwarzes Glas mit definiertem Brechungsindex als Referenz dient und den Wert von 100 GU erhält.
Die Normen: DIN EN ISO 2813
Um vergleichbare Messungen zu gewährleisten, wurde die DIN EN ISO 2813 eingeführt. Diese Norm legt drei standardisierte Messwinkel fest:
- 60°: Standardwinkel für allgemeine Glanzmessungen.
- 20°: Für hochglänzende Oberflächen mit Glanzwerten über 70 GU.
- 85°: Für matte Oberflächen mit Glanzwerten unter 10 GU.
Die Wahl des Messwinkels hängt vom erwarteten Glanzgrad der Oberfläche ab.
Warum das wichtig ist
Begriffe wie „seidenglänzend“ oder „halbmatt“ sind nicht genormt und können von Hersteller zu Hersteller variieren. Die folgende Glanzgradtabelle dient daher als praxisnahe Orientierung.
Glanzgrad Tabelle: Orientierung von matt bis glänzend
Begriffe wie „seidenglänzend“ oder „halbmatt“ werden oft unterschiedlich verwendet – je nach Hersteller oder Branche. Die folgende Übersicht hilft dir, typische Glanzgrade besser einzuordnen: mit Richtwerten, Messwinkeln und den gängigen englischen Bezeichnungen. Eine praxisnahe Orientierung für alle, die wissen wollen, wie glänzend ihr Lack wirklich ist.
| Glanzgrad (GE) | Typische Bezeichnungen | Beschreibung | Entsprechender Standardbereich (GU bei 60°) | Potenzieller Messwinkel (ISO 2813) | Übliche englische Bezeichnung |
|---|---|---|---|---|---|
| 90+ | Hochglänzend / Glänzend | Sehr starke Spiegelung, fast spiegelglatt. | > 70 / > 85 | 20° (bevorzugt), 60° | High Gloss / Gloss |
| 80 | Glänzend | Deutlicher Glanz, hohe Reflexion, aber nicht ganz spiegelnd. | 70 – 85 | 20° (bevorzugt), 60° | Gloss |
| 70 | Seidenglänzend | Spürbarer Glanz, aber angenehm zurückhaltend. | ~ 70 (Grenzbereich) | 20° (bevorzugt), 60° | Semi-Gloss / Satin Glossy |
| 60 | Satin / Halbmatt-glänzend | Leicht glänzend, dezente Reflexion. | 10 – 70 | 60° | Satin / Semi-Gloss |
| 50 | Halbglänzend | Spürbar glänzend, aber nicht dominant. | 10 – 70 | 60° | Semi-Gloss |
| 30 | Seidenmatt | Sanfter Glanz, Oberfläche wirkt eher ruhig. | 10 – 70 (unteres Ende) | 60° | Satin / Low Sheen |
| 20 | Matt / Satinmatt | Kaum Reflexion, sehr dezente Lichtbrechung. | < 10 bis ~ 35 | 60°, 85° (für <10) | Matte to Low Satin |
| 10 | Matt | Reflexionsarm, gleichmäßige und zurückhaltende Optik. | < 10 | 85° (bevorzugt), 60° | Matte |
| 5 | Stumpfmatt | Nahezu keine Lichtreflexion, samtige Oberfläche. | < 10 | 85° | Flat / Dead Matte / Velvet |
Hinweis: Diese Tabelle enthält gängige (umgangssprachliche), aber nicht genormte Bezeichnungen. Offizielle Glanzgrad-Definitionen und Messvorgaben findest du in der Norm DIN EN ISO 2813.
Wie werden Glanzgrade gemessen?
Damit du nicht nur nach Gefühl entscheidest, ob ein Lack glänzend oder matt ist, gibt’s klare Messverfahren. Der Glanzgrad wird mit einem sogenannten Glanzmessgerät (auch „Glossmeter“) ermittelt. Das misst, wie viel Licht eine Oberfläche reflektiert, und gibt den Wert in Glanzeinheiten (GE bzw. GU für „Gloss Units“) an.
So funktioniert die Messung
Das Gerät sendet einen gebündelten Lichtstrahl auf die Oberfläche – und zwar in einem definierten Winkel. Eine Fotodiode misst dann, wie viel Licht direkt zurückgeworfen wird. Je mehr Licht reflektiert wird, desto höher der Glanzgrad. Das Ganze funktioniert zuverlässig nur auf glatten, festen Oberflächen – auf rauem Untergrund wird das Licht diffus gestreut und der Wert fällt entsprechend niedriger aus.
Welche Winkel werden verwendet?
Es gibt drei genormte Messwinkel (nach DIN EN ISO 2813), je nachdem, wie glänzend die Oberfläche ist:
- 60° – der Standardwinkel für die meisten Anwendungen
- 20° – für stark glänzende Lacke (über 70 GU), z. B. Hochglanzflächen
- 85° – für matte bis stumpfmatte Beschichtungen (unter 10 GU), z. B. Innenwände oder Seidenmattlacke
Ein und dieselbe Fläche kann also je nach Winkel unterschiedliche Werte zeigen – wichtig ist deshalb, immer im passenden Winkel zu messen, sonst wird’s schnell ungenau.
Und was heißt das für die Praxis?
Durch die Messung lässt sich der Glanzgrad objektiv bestimmen – unabhängig vom persönlichen Eindruck oder vom Umgebungslicht. Gerade im professionellen Bereich (z. B. in Lackierbetrieben, bei Qualitätskontrollen oder in der industriellen Fertigung) ist das Standard. Aber auch für DIY-Projekte kann ein einfaches Glossmeter hilfreich sein – gerade, wenn du verschiedene Lacke oder Flächen aufeinander abstimmen willst.
Tipp: Wer öfter Lackprojekte umsetzt, kann schon mit günstigen Geräten für den Heimgebrauch solide Ergebnisse erzielen. Wichtig ist nur: immer auf saubere, trockene und ebene Oberflächen messen – und nicht direkt neben Kanten oder auf Strukturen.
Welcher Glanzgrad für welchen Zweck?
Der Glanzgrad beeinflusst nicht nur die Optik, sondern auch, wie widerstandsfähig und pflegeleicht eine lackierte Fläche ist. Je höher die Glanzeinheit (GU), desto spiegelnder die Oberfläche. Hier siehst du, wie sich unterschiedliche Glanzgrade im Alltag bewähren – sortiert von matt bis hochglänzend:
Stumpfmatt bis matt (ca. 5–20 GU)
- Wirkung: Ruhig, dezent, keine Spiegelungen
- Typische Anwendungen: Innenwände, Decken, Flächen im Industrial Look
- Vorteile: kaschiert kleine Unebenheiten gut
- Zu beachten: empfindlich gegenüber mechanischer Beanspruchung und Flecken
Seidenmatt bis halbmatt (ca. 30–60 GU)
- Wirkung: Zurückhaltend mit leichtem Glanz
- Typische Anwendungen: Wohnräume, Möbel, Büroflächen
- Vorteile: alltagstauglich, unempfindlich gegenüber Staub und kleinen Kratzern
- Zu beachten: eher funktional als auffällig – ideal für Flächen, die nicht „schreien“ sollen
Seidenglänzend bis glänzend (ca. 70–80 GU)
- Wirkung: Sichtbarer Glanz, wirkt hochwertig
- Typische Anwendungen: Türen, Geländer, Fahrzeuge, Innenausbau
- Vorteile: gute Mischung aus Optik und Robustheit
- Zu beachten: betont Unregelmäßigkeiten stärker als matte Lacke
Hochglänzend (90+ GU)
- Wirkung: Spiegelähnlich, sehr edel
- Typische Anwendungen: Showcars, Designmöbel, Oberflächen mit Tiefenwirkung
- Vorteile: maximale Farbbrillanz und optischer „Wow-Effekt“
- Zu beachten: pflegeintensiv, Fingerabdrücke und Kratzer sofort sichtbar
Vergleich: Matt vs. Seidenmatt vs. Hochglanz
Die Entscheidung für den richtigen Lack fällt oft schwer. Schließlich soll das Ergebnis am Ende nicht nur optisch ein Highlight sein. Es muss auch perfekt zu deinem Alltag und der Nutzung passen. Um dir die Auswahl für dein nächstes Projekt so einfach wie möglich zu machen, haben wir die drei Klassiker direkt gegenübergestellt. In dieser Übersicht erfährst du ganz genau, wo die feinen Unterschiede bei Optik, Vorarbeit und Pflege liegen.
| Eigenschaft | Matt / Stumpfmatt | Seidenmatt / Seidenglänzend | Hochglanz |
|---|---|---|---|
| Optik & Wirkung | Diese Oberfläche wirkt sehr ruhig und edel, da sie das Licht fast vollständig schluckt und nicht reflektiert. Das Ergebnis ist eine samtige, pudrige Optik. Sie wirkt sehr modern, puristisch und nimmt sich im Raum optisch zurück. | Hier findest du den goldenen Mittelweg. Die Fläche reflektiert das Licht sanft und sorgt für eine angenehme Lebendigkeit, ohne dabei aufdringlich zu wirken. Farben kommen gut zur Geltung, ohne zu spiegeln. | Hier erwartet dich eine spiegelglatte Oberfläche mit enormer Farbtiefe und brillanter Leuchtkraft. Dieser Lack sorgt für den bekannten Nass-Effekt und wirkt sehr exklusiv. Er zieht die Blicke auf sich und erzeugt einen echten Wow-Effekt. |
| Oberflächengüte (Untergrund) | Der Verzeih-Profi: Mattlack ist dein bester Freund bei nicht ganz perfekten Untergründen. Durch die fehlende Reflexion werden kleine Unebenheiten, Wellen oder leichte Schleifspuren hervorragend kaschiert und sind kaum noch sichtbar. | Der Allrounder: Dieser Glanzgrad ist relativ gutmütig. Er zeigt zwar grobe Schnitzer im Untergrund auf, verzeiht dir aber leichte Unregelmäßigkeiten oder minimale Strukturen im Holz deutlich besser als ein Hochglanzlack. | Der Unbestechliche: Hochglanz ist gnadenlos ehrlich. Er wirkt wie eine Lupe und betont jede kleinste Delle, jedes Staubkorn und jeden Pinselstrich extrem stark. Eine absolut perfekte Vorarbeit ist hier Pflicht. |
| Pflege & Alltag | Vorsicht bei häufigem Anfassen. An Stellen mit viel Hautkontakt können sich glänzende „Speckflecken“ bilden, die sich nicht entfernen lassen. Mechanisch ist die matte Oberfläche oft etwas empfindlicher gegen Kratzer, da man sie nicht polieren kann. | Diese Variante ist extrem pflegeleicht und robust im täglichen Umgang. Die Oberfläche ist unempfindlich gegenüber Fingerabdrücken und lässt sich gut reinigen. Leichter Abrieb fällt optisch kaum auf. | Eine Schönheit mit hohem Pflegebedarf. Man sieht Fingerabdrücke, Staub und feinste Mikrokratzer sofort. Dafür lassen sich Kratzer bei entsprechenden Lackdicken oft wieder herauspolieren, was bei mattem Lack unmöglich ist. |
| Ideal geeignet für… | Decken, Wandflächen, Möbel im „Industrial Look“ oder Dekorationsobjekte ohne ständigen Hautkontakt. Perfekt für große Flächen, die Ruhe ausstrahlen sollen. | Türen, Türzargen, Fensterrahmen, fast alle Möbelstücke, Geländer, Fußleisten und Küchenfronten im normalen Familienhaushalt. | Die klassische Klavierlack-Optik, sehr hochwertige Design-Elemente, Showcars, Motorradtanks und dekorative Objekte, die im Rampenlicht stehen sollen. |
Am Ende entscheidet nicht allein dein persönlicher Geschmack über den perfekten Lack. Viel wichtiger ist der geplante Einsatzbereich. Denn der schönste Hochglanz nützt dir wenig, wenn er an einer stark beanspruchten Stelle im Alltag sofort verkratzt oder du jeden Tag Fingerabdrücke wegwischen musst.
Häufige Fragen zu Glanzgraden bei Autolacken (FAQ)
Hier beantworten wir dir die wichtigsten Fragen rund um Mattlack, Hochglanz und das richtige Finish für dein Fahrzeug.
Welchen Glanzgrad hat normaler Autolack ab Werk?
Serienlackierungen sind fast immer „Hochglänzend“ (High Gloss). Der Wert liegt meist über 90 GU (Gloss Units). Das sorgt für die bekannte spiegelnde Optik und schützt den Basislack optimal.
Darf ich mit mattem Autolack (Frozen-Optik) in die Waschstraße?
Wir raten davon ab. Waschbürsten können auf mattem Lack einen ungewollten Glanzeffekt („Speckglanz“) durch Polierwirkung erzeugen. Handwäsche mit speziellen Matt-Shampoos ist hier deutlich sicherer.
Kann man Kratzer aus mattem Klarlack herauspolieren?
Nein, das ist der größte Nachteil von Mattlack. Jedes Polieren würde die raue Struktur glätten und eine glänzende Stelle erzeugen. Bei Kratzern hilft oft nur eine Neulackierung des Bauteils.
Welcher Glanzgrad ist am besten für Felgen geeignet?
Das ist Geschmackssache, aber: Hochglanz oder Seidenglanz sind pflegeleichter als Matt. Auf rauen, matten Felgen setzt sich Bremsstaub hartnäckiger fest und lässt sich schwerer abwaschen.
Was ist der Unterschied zwischen 1K und 2K Klarlack beim Glanz?
2K Klarlack (mit Härter) ist chemisch widerstandsfähiger (benzinfest) und kann seinen Glanz über Jahre behalten. 1K Klarlacke aus der Dose neigen dazu, schneller „stumpf“ zu werden oder bei Witterung auszubleichen.
Warum wird mein selbst lackierter Klarlack milchig oder matt?
Häufige Ursachen sind zu hohe Luftfeuchtigkeit („Grauschleier“), zu kalte Temperaturen oder wenn der Lack zu dick aufgetragen wurde und Lösemittel eingeschlossen sind. Auch Sprühnebel kann die Fläche matt wirken lassen.
Wie erzeuge ich den extremen „Wet-Look“ (Nasseffekt)?
Für maximale Tiefe werden oft mehrere Schichten hochwertiger HS (High Solid) oder UHS Klarlack aufgetragen und zwischengeschliffen. Abschließend wird die Fläche auf Hochglanz poliert, um jede Struktur (z.B. Orangenhaut) zu entfernen.
Was bedeutet „Seidenmatt“ bei schwarzen Anbauteilen?
Viele Kunststoffteile wie Stoßfängerleisten, Diffusoren oder Kühlergrills sind in Seidenmatt (Satin Black) gehalten. Das entspricht etwa 20-30 GU und wirkt technisch und sportlich, ohne zu spiegeln.
Kann ich matten Autolack wachsen oder versiegeln?
Ja, aber nur mit speziellen Produkten für Mattlacke! Normale Autowachse oder Polituren enthalten Glanzverstärker, die das matte Finish ruinieren würden. Nutze Produkte mit der Kennzeichnung „Matt“ oder „Matt Paint“.
Was ist härter: Mattlack oder Hochglanzlack?
Die Härte hängt vom Bindemittel (z.B. 2K Acryl) ab, nicht primär vom Glanzgrad. Allerdings sieht man Kratzer auf Hochglanz schneller, während Mattlack empfindlicher auf Reibung (Glanzstellen) reagiert.
Wie messe ich den Glanzgrad bei meinem Auto?
Im Profibereich nutzt man ein Glossmeter. Für Hochglanzlacke (z.B. bei Showcars) stellt man das Gerät auf den 20°-Winkel ein, um präzise Werte im oberen Bereich (über 70 GU) zu erhalten.
Kann man beim Beilackieren (Spot-Repair) den Glanzgrad anpassen?
Ja. Lackierer können dem Klarlack Mattierungsmittel anpassen, um den Glanzgrad an das ältere, vielleicht schon etwas mattere Originalteil anzupassen. Das erfordert jedoch viel Erfahrung.
Was ist „Orangenhaut“ beim Lackieren?
Das ist eine unruhige, wellige Oberflächenstruktur, die wie die Schale einer Orange aussieht. Sie mindert den Glanzgrad drastisch, da das Licht gestreut wird. Sie entsteht oft durch falschen Spritzdruck oder Viskosität.
Warum glänzt Uni-Schwarz oft weniger als Metallic-Schwarz?
Das ist eine optische Täuschung. Ein perfekt poliertes Uni-Schwarz hat oft einen tieferen „Schwärzegrad“. Metallic-Partikel reflektieren das Licht jedoch stärker in verschiedene Richtungen, was heller und glitzernder wirkt.
Kann ich matten Klarlack auf eine glänzende Grundfarbe sprühen?
Ja, genau so entsteht eine Matt-Lackierung (z.B. bei Metallic Matt). Der Basislack gibt die Farbe und den Metallic-Effekt, der matte Klarlack sorgt für das stumpfe Finish und den Schutz.
Verzeiht matter Lack Sprühnebel oder Lackierfehler?
Bedingt. Er schluckt zwar Licht und kaschiert leichte Unebenheiten im Untergrund, aber Staubeinschlüsse oder Läufer („Tränen“) lassen sich im Nachhinein nicht rauspolieren, ohne den Matt-Effekt zu zerstören.
Welchen Glanzgrad hat Grundierung oder Filler?
Grundierungen und Filler sind häufig stumpfmatt (unter 10 GU). Sie sind offenporig und rau, damit die nächste Lackschicht gut haftet. Sie müssen zwingend überlackiert werden (außer spezielle Epoxid-Grundierungen).
Kann ich Hochglanz-Felgen nachträglich mattieren?
Ja, indem man sie fein anschleift und mit einem matten Klarlack überzieht. Einfaches „Matt-Schleifen“ ohne Lackschutz ist bei Felgen nicht zu empfehlen, da der Bremsstaub sich in die Poren frisst.